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Zur lautlichen Gestalt der Hydro- und Toponyme ‚Kander(n)‘, ‚Laaber‘, ‚Kondrau‘ und zur Frage keltischer Sprossvokale in süddeutschen Orts- und Gewässernamen Beitrag

Harald Bichlmeier

Beiträge zur Namenforschung, Volume 53 (2018), Issue 1, Page 97 - 110

Zusammenfassung: Der zweimal bezeugte Flussname Kander ist eindeutig keltischen Ursprungs. Er beruht auf dem urkeltischen Adjektiv *kandaro- ‘weiß, glänzend’. Dieser Bildung liegt ein ursprünglich schwundstufiges ró-Adjektiv uridg. *(s)kfd-ró- ‘weiß, glänzend’ zugrunde, bei dem es sich nicht um eine Ableitung von einem o-Stamm uridg. *(s)kfd-ó-, sondern um eine primäre Ableitung von der Wurzel handelt. Das mittlere *-a- ist urkeltisch entstanden. – Diesen urkeltischen Sprossvokal zeigt etwa auch der Flussname Laaber mit seinen Verwandten in Bayern und Großbritannien. Dieser Name ist wohl nicht, wie bislang immer angenommen wurde, auf uridg. *plab-ro- > urkelt. *(φ)labaro- ‘geschwätzig, angeberisch‘ > ‘murmelnd’ o.ä. zurückzuführen, sondern vielmehr auf uridg. *lh2p-ró- > urkelt. *labaro- ‘glänzend’. – Der Ortsname Kondrau (Obpf.) beruht wohl ebenfalls auf dem keltischen Gewässernamen *Kandarā- mit sekundärer Eindeutung von mhd. ouwe ‘Au’ (< urgerm. *ai4ō- < vorurgerm. *h2ek -4éh2-) und ist nicht slawischen Ursprungs. Abstract: There are two rivers called Kander in SW-Germany and Northern Switzerland. Their name is definitely of Celtic origin and goes back to the adjective PCelt. *kandaro- ‘white, glistening’ < PIE *(s)kfd-ró- ‘white, glistening’. This adjective is not a derivative of an o-stem *(s)kfd-ó-, but a primary formation from the root. The middle *-a- arose in Proto- Celtic. – The same anaptyptic vowel can also be found in the river-name Laaber and its relatives in Bavaria and Great Britain. The river-name does not go back to PIE *plab-ro- > PCelt. *(φ)labaro- ‘talkative, boisterous’ > ‘murmuring’ vel sim., but to PIE *lh2p-ró- > PCelt. *labaro- ‘glistening’. – The place-name Kondrau (in NE-Bavaria) is not of Slavic origin, but is most probably also based on the river-name PCelt. *Kandarā-. To the river-name later the noun MHG ouwe ‘wetlands, meadow‘ (< PGerm. *ai 4ō- < Pre-PGerm. *h2ek -4éh2-) was added.


Einige indogermanistische Ergänzungen zur Etymologie des Ortsnamens ‚Jena‘ Beitrag

Harald Bichlmeier

Beiträge zur Namenforschung, Volume 52 (2017), Issue 1, Page 52 - 63

Der Ortsname Jena geht wahrscheinlich auf eine hocharchaische Vcddhi-Bildung uridg. *4ḗh2-ni- f. > urgerm. *4æ¯ ni- zurück, die letztlich ‘Gebiet am Flussdurchgang’ o.ä. bedeutet haben dürfte. – Der bisweilen erwogene etymologische Zusammenhang dieses Ortsnamens mit slawischen, vor allem polnischen Flussnamen mit dem Element Jan- (was zudem implizieren würde, dass Jena auf einen alten Flussabschnittsnamen der Saale zurückgeht) muss als eher unwahrscheinlich angesehen werden. – In einem Exkurs wird noch ein weiterer Vorschlag bewertet, der Iani als eine dehydronymische Zugehörigkeitsbildung urgerm. *4æ¯ ni4a- deutet.


Anmerkungen zum terminologischen Problem der ‚alteuropäischen Hydronymie’ samt indogermanistischen Ergänzungen zum Namen der Elbe Beitrag

Harald Bichlmeier

Beiträge zur Namenforschung, Volume 47 (2012), Issue 4, Page 365 - 395

Die Benennung der ältesten Gewässernamenschicht in Europa als ‚alteuropäisch’ stellt nach wie vor ein Problem dar. Allerdings zeigen auch alle anderen Bezeichnungen Nachteile. Für die Namenschicht selbst wird hier von einem gegenüber dem urindogermanischen Zustand bereits weiterentwickelten, das heißt in diesem Falle vereinfachten Phonemsystem ausgegangen. Gleichzeitig wird erneut dafür plädiert, die Erkenntnisse der Indogermanistik endlich stärker in die Untersuchungen jener Gewässernamen einfließen zu lassen. Die Erkenntnismöglichkeiten, die die moderne Indogermanistik bietet, werden am Beispiel des Flussnamens Elbe vorgeführt. Gegenüber der althergebrachten Erklärung des Namens als ‘die Weiße’ wird hier aus semantischen Erwägungen eine Etymologie, die auf eine ursprüngliche Bedeutung ‘die Mäandrierende’ zurückführt, vorgezogen. Nur diese lässt eine sinnvolle Verbindung mit traditionell zum Namen Elbe gestellten altnordischen und mittelniederdeutschen Appellativen zu. Eine eindeutige Entscheidung für die eine oder andere Etymologie kann mit sprachwissenschaftlichen Kriterien aber vorläufig (noch) nicht getroffen werden.


Einige indogermanistische Ergänzungen zur Etymologie des Namens der Thüringer Beitrag

Harald Bichlmeier

Beiträge zur Namenforschung, Volume 47 (2012), Issue 2, Page 207 - 224

Die Etymologie des Namens der Thüringer ist in den letzten Jahren mehrfach Gegenstand sprachwissenschaftlicher Arbeiten gewesen. In älteren Arbeiten herrschte ein weitgehender Konsens hinsichtlich dieser Etymologie. Von zwei neueren Vorschlägen, die in die Diskussion eingebracht worden sind, ist der von J. Udolph aus morphophonologischen Gründen zu verwerfen, während der von N. Wagner in die richtige Richtung geht. Allerdings ruht diese neue Etymologie ebenso wie die traditionelle letztlich auf unzutreffenden Voraussetzungen. Der vorliegende Beitrag versucht, diese Voraussetzungen unter Beiziehung der Methoden und Erkenntnisse der modernen Indogermanistik richtig zu stellen, wobei auch bislang übergangene Probleme erörtert werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine modifizierte Variante des Vorschlags von N. Wagner zwar wahrscheinlicher als die traditionelle Herleitung ist, aber nicht als ausschließliche Möglichkeit gelten kann.

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