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Die ‚Jena‘-Namen in Thüringen in sprachgeschichtlicher, dialektologischer und historischer Sicht Beitrag

Karlheinz Hengst

Beiträge zur Namenforschung, Jahrgang 51 (2016), Ausgabe 1, Seite 3 - 38

Seit weit über hundert Jahren gibt es Bemühungen, die Etymologie des Namens ‚Jena‘ in Ostthüringen zu klären. Der Name kommt dort als Ortsname von vier Siedlungen entlang der Saale beziehungsweise in ihrer Nähe vor. Jeweils zwei Orte liegen dabei in einem Abstand von nur etwa 30 Kilometern voneinander entfernt. Die Überlieferung historischer Namenformen setzt bereits im 9. Jahrhundert ein. Dennoch gelang es bisher nicht, den Namen ‚Jena‘ etymologisch überzeugend zu erklären. Überraschende archäologische und historische Ergebnisse in jüngster Zeit erlauben nun, eine abschließende sprachgeschichtliche Darstellung und Interpretation des Namens ‚Jena‘ zu geben. Auf der Basis bereits vorliegender linguistischer Studien sowie unter Berücksichtigung der historischen Tradierung der ‚Jena‘-Namen belegen und zeigen die Autoren, dass dem Namen eine gut nachweisbare germanische Wurzel zugrunde liegt. Erstmals wird der Name ‚Jena‘ unter Nutzung von Untersuchungsergebnissen zu Geschichte, Sprache und Dialektologie mit einem in deutschen Mundarten verbreiteten und bekannten Lexem verbunden und dessen Existenz bereits in althochdeutscher Zeit aufgezeigt. Zugleich wird ausgeführt, dass die Namengebung zuerst keineswegs einer Siedlung galt, sondern die Möglichkeiten für eine Flussquerung im Sinne einer Stellenbezeichnung signalisierte. Außerdem wird im Beitrag ausführlich erläutert, dass seitens der Slawen des 8. resp. 9. Jahrhunderts der Name als Lehnname genutzt wurde und der Bildung von Hybridonymen für einen Berg und eine dörfliche Siedlung östlich der Saale diente. Abschließend erfolgen Antworten auf eine Reihe von landesgeschichtlich relevanten Fragen, die von Historikerseite in letzter Zeit aufgeworfen wurden.


Ethnisches Zusammenleben seit der Frühzeit im Spiegel der Namen Eger – Ohře und Cheb – Eger Beitrag

Karlheinz Hengst

Beiträge zur Namenforschung, Jahrgang 49 (2014), Ausgabe 3, Seite 289 - 302

Die Gewässernamen dt. Eger und tschech. Ohře sowie die Stadtnamen Eger und Cheb erfahren eine zusammenfassende Betrachtung mit sprachhistorischer Analyse anhand der tradierten Namenformen. Das Hydronym kann als mindestens bereits in keltischer Zeit gebräuchlich einer indogermanischen Wurzel zugeordnet werden. Tschech. Ohře beruht auf einer aus dem Westgermanischen entlehnten Form mit lautlichen Veränderungen in alttschechischer Epoche. Im Unterschied zur bisherigen tschechischen Forschung wird der Name Cheb aus dem germanisch-slawischen Spachkontakt erklärt und auf eine germanische Ausgangsform zurückgeführt.


993 ‚Poztupimi‘ – 1317 bis 1480 ‚Postamp‘ – ab 1482 ‚Potstamp‘ – ‚Potsdam‘. Noch einmal zu dem schwierigen Ortsnamen ‚Potsdam‘ Beitrag

Karlheinz Hengst

Beiträge zur Namenforschung, Jahrgang 48 (2013), Ausgabe 2, Seite 193 - 226

Der Beitrag behandelt die Geschichte des deutschen Toponyms ‚Potsdam‘ seit seiner ersten erhaltenen urkundlichen Aufzeichnung von 993 als ‚Poztupimi‘. Die historisch überlieferten Formen des unikalen Namens bis in die frühe Neuzeit werden in Verbindung mit der slawischen Besiedlung seit dem 8. Jahrhundert und der Anlage des Ortes sowie einer Befestigungsanlage auf einer Insel diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit erfahren die Beziehungen zwischen dem Erstbeleg und den erst dreihundert Jahre später wieder einsetzenden Überlieferungsformen mit Veränderung der ursprünglich dritten Silbe. Insgesamt wird eine neue Interpretation und Herleitung des Ortsnamens ‚Potsdam‘ geboten, wobei Vergleichsnamen mit ähnlicher Geschichte ebenso wie extralinguistische Aspekte in die Erörterung einbezogen sind. Bisher vertretene Erklärungen zur Herkunft des Namens erfahren zugleich eine kritische Analyse.

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